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DigitalRevolutionTennis

Die große Tennisrevolution

OUTLOOK

Tennis Revolution

Mit knapp 100 € zum Tennisstar

Ein digitaler Trainer der deine Spieltechnik analysiert und dir hilft dich stetig zu verbessern. HEAD hat in Kooperation mit ZEPP einen Tennissensor fur den eigenen Schläger auf den Markt gebracht. Hier wird aufgezeigt, wie lange der Beruf des Tennistrainers noch von Nöten ist.

Ein Selbsttest von Julian Messingschlager

15.06.2018 — TC RW Erlangen:


Nach 20 Minuten intensivem Tennissport gehe ich zum ersten Mal Richtung Pausenbank. Mein erster Griff geht diesmal aber nicht wie üblich zur Wasserflasche, sondern in das Außenfach meiner Tennistasche. Aufgeregt suche ich mein iPhone. Nach kurzem Suchen entsperre ich den Bildschirm und öffne meine neue Tennissensor-App. Auf den ersten Blick kann ich nicht nur erkennen, wie viele Schläge ich gemacht habe, sondern auch welche Art von Schlag durchgeführt wurde.

Zeitsprung:

Zwei Tage zuvor spaziere ich zufällig durch die Tennisabteilung des InterSports in Nürnberg. Hier sprang mir der Tennissensor, welcher von HEAD in Kooperation mit der Firma ZEPP hergestellt wird, direkt ins Auge. Da ich selbst seit meinem 4. Lebensjahr begeisterter Tennisspieler bin, habe ich mir das Produkt genauer angesehen. Für knapp 100 € war dieses erhältlich. „Das ist schon ein beachtlicher Preis“, dachte ich mir im ersten Augenblick. Doch nachdem ich hochrechnete, dass das lediglich der Preis für zwei Tennisstunden in meiner Jugend waren, erschien mehr der Preis gar nicht mehr so teuer. Wenn dieser Sensor auch nur einen Teil meiner Trainerstunden ersetzen würde, ist dieses neue Gadget ein volles „Ass“. Ohne lange weiter darüber nachzudenken, kaufte ich den „Mini-Trainer“.

 

Zurück in Erlangen:

Nachdem ich mir die Analyse von meiner Tennis-App angesehen
hatte, ging ich zurück an die Grundlinie. Meine Gedanken kreisten
dabei um die Tipps, die mir mein neuer „Digital-Coach“ gegeben
hatte. „Triff den Ball zentraler im Schlägerbild“. „Versuche bei der
Rückhand etwas mehr Spin zu spielen“. Gesagt, getan. Und
erstaunlicherweise fühlten sich die kommenden Ballwechsel
tatsächlich besser an, als in den ersten 20 Minuten der
Trainingseinheit. Nach 120 Minuten konzentriertem Tennistraining
war ich von der neuen Tenniserfindung wirklich begeistert. Nach
anfänglicher Euphorie, musste ich am selben Abend an die
unzähligen, kostenpflichtigen Trainerstunden in meiner Jugend
denken und fragte mich, ob dieses Gadget nicht einen Tennistrainer
ersetzen würde. Ist der Beruf des Tennistrainers durch den neuen Tennissensor in Gefahr? Wie oft hörten wir die Worte von unseren Tennistrainern: „Schau den Ball an. Triff ihn etwas mehr in der Mitte!“ „Versuch doch mal mit etwas mehr Drive zu spielen“. Genau diese Art von Tipps, gibt es in der neuen Tennis-App in Verbindung mit dem Smartsensor von HEAD. Und ja, diese Tipps aus dem Smartphone helfen wirklich. Ich als erfahrener Tennisspieler muss sagen, dass diese Analysen des Schlages auf Geschwindigkeit und Genauigkeit eine große Hilfe sind mein Spiel zu verbessern. Aus all den Auswertungen und Daten meiner App kann ich viele nützliche Schlüsse ziehen und kleine Anpassungen in meinem Tennisspiel vornehmen. Als langjähriger Amateurspieler in meinen Mitte Zwanzigern muss ich sagen, ja dieser Sensor in Verbindung mit der App gibt mir all die Tipps die ich zur stetigen Verbesserung meiner Schläge auf dem Tennisplatz benötige.

Doch wo bleibt die Menschlichkeit?

Doch denke ich zurück wie ich das Tennisspielen begonnen habe, weiß ich nicht ob eine Tennis-App oder ein Sensor mir den Spaß und die Freude am Tennissport so hätte vermitteln können, wie es mein Tennistrainer getan hat. Tennis ist mehr als nur die starre Analyse von Daten. Tennis ist Lebensfreude. Tennis ist ein Geschenk. Tennis macht einfach Spaß, auch ohne Zwang zum perfekten Treffpunkt. So kommt es vor allem
zu Beginn der Tenniskarriere darauf an, Bewegungsabläufe kennenzulernen oder die richtige Platzierung des eigenen Körpers auf dem Tennisfeld zu finden. Viele Starterübungen bestehen auch darin, den Ball beispielsweise mit dem Schlägerrahmen in die Luft zu spielen. Was würde hier wohl die Tennis-App sagen? Die würde mich vermutlich für den untalentiertesten Spieler der Geschichte halten. Oder auch die
zahlreichen Stunden, die ich mit meinem Coach an der Koordinationsleiter verbracht habe, um meine Beinarbeit zu verbessern werden durch den „Digital-Coach“ nicht abgedeckt. Doch der wichtigste Gesichtspunkt zu dem Thema, ist wohl das Thema der sogenannten „Softskills“. An solchen Tagen, an denen ein Kind keine Lust auf Tennis hat. An Tagen, an denen einfach nichts funktionieren möchte. Hier benötigt man einen erfahrenen Tennislehrer mit den nötigen „Skills“, um dem Kind zur Seite zu stehen und im Mut zu zusprechen. So gut solch eine Mobile Software oder Künstliche Intelligenzen auch funktionieren mag und einem Hobbyspieler viel Abwechslung und Spaß bringen Test des Sensors kann, kann das Zwischenmenschliche Verhältnis zwischen einem jungen Tennisschüler und Trainer durch keine App der Welt ersetzt werden.

 


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Kategorisiert in: | Veröffentlicht am: 28.01.2019 Zurück zur Übersicht

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