Willkommen zu LIGHTHOUSE - unserem Magazin für digitale Changemaker! Dabei ist LIGHTHOUSE aber nicht irgendein Magazin. Nein. Es ist das Magazin unserer CLASSES! Von CLASS TWO in einer Challenge komplett gestaltet und ausgearbeitet, findet Ihr hier Artikel, Videos, Interviews und Insights aller CLASSES zu unserem Programm, zum SHIFTSCHOOL-Leben und einfach allem, was unseren Pionieren am Herzen liegt.

DigitalEducation

Expedition ins Bildungsland

OUTLOOK

Let´s talk about modern education: Überlegungen, wie aus alter und neuer (Lern -) Welt etwas Großartiges entstehen kann

Helles Kinderlachen tönt durch den Raum. Die Sonne scheint zum Fenster herein. Eine Lehrkraft begleitet die Kinder in ihrem Tun. Unterstützt, regt an, gibt Hilfestellung, moderiert. Im Raum stehen fünf Gruppentische verteilt. An ihnen sitzen oder stehen jeweils vier SchülerInnen. Gemeinsam tüfteln sie ein Labyrinth für ihren Mini – Roboter aus. Zwei kleben mit Klebeband einen Parcours ab, stellen Hindernisse in den Weg. Die anderen beiden schreiben die Anleitung für ihren Roboter: Sie programmieren. Verschieben und verbinden Textblöcke auf dem iPad. „Wenn unser Robo drei Schritte fährt, dann … und falls ein Hindernis im Weg steht, dann …“, murmeln sie konzentriert. Gespannte Stille am Tisch: Der Testlauf beginnt. Blinkend startet der kleine, blaue Robo, dessen Aussehen ein bisschen an Science – Fiction – Filme erinnert. Wenige Augenblicke später klatschen die Kinder sich gegenseitig ab. Sie jubeln. Es hat geklappt. Ihr Robo hat sich durch das Labyrinth manövriert… So oder so ähnlich kann Unterricht in einer vierten Klasse in naher Zukunft aussehen. SchülerInnen erleben wie Computer funktionieren. Computational Thinking heißt das. Sie arbeiten im Team, übernehmen Verantwortung füreinander und für ihr Tun.

Orts- und Zeitwechsel: Das Weltwirtschaftsforum im Februar 2018 in Davos
An seinen Fingern zählt Jack Ma die fünf Lerninhalte unserer Zukunft auf: Werte, Selbstvertrauen, unabhängiges Denken, Teamwork und Sozialkompetenz. Dies ist seine Antwort auf die Frage, was unsere Kinder in Zukunft lernen müssen. Während des World Economic Forums in Davos steht der Alibaba-Gründer Jack Ma auf einer Pressekonferenz Rede und Antwort zu verschiedenen Themen. Sehr analytisch geht er auf Fragen zu wirtschaftlichen Entwicklungen in der Welt ein. Beim Thema Bildung aber wird er emotional. Kurz versagt ihm die Stimme als er feststellt, dass wir wie vor 200 Jahren unterrichten. Während in Deutschland noch über den schulischen Einsatz von digitalen Werkzeugen erbittert gestritten wird, fordert der Alibaba-Gründer eine Änderung der Lehrplaninhalte. Was Maschinen besser können werden, brauchen wir nicht mehr zu lernen!
Es geht ein Aufschrei durch die deutsche Bildungslandschaft. Die einen sehnen sich weiterhin nach der guten alten Zeit des Frontalunterrichts während die anderen zustimmend nicken.

Aber was können wir tun?
Lasst uns Buzzwords mit Inhalten füllen!
Digitalisieren. Weder ein aktives noch ein passives Verb. Weder digitalisiere ich noch werde ich digitalisiert. Vielmehr verändert sich unsere Welt ständig und so rasant, dass ein jeder für sich das gar nicht mehr begreifen kann. Dinge sind im ständigen Wandel, was heute gilt, kann morgen bereits hinfällig sein.
Fokussieren wir uns auf die Frage, was Schule eigentlich vermitteln soll. Geht es noch um das Fachwissen wie wir es gewohnt sind? Nein! Nach Prof. Dr. Schleicher, Bildungsforscher und internationaler Koordinator der PISA – Studien verliert dieses zunehmend an Bedeutung. Es ist heute jederzeit und überall abrufbar. Viel wichtiger ist, neues Wissen anzunehmen, dieses immer und immer wieder zu überprüfen, zu analysieren und neu einzuordnen. „Auswendiglernen sei angesichts des täglich anwachsenden kollektiven Wissens nicht mehr nutzbringend. Wir müssen stattdessen lernen zu extrapolieren und altes Wissen permanent mit neuem zu verbinden.”
Wie können also Lerninhalte wie Werte, Selbstvertrauen, unabhängiges Denken, Teamwork und Sozialkompetenz vermittelt werden?
Darüber sind sich Bildungsexperten wie z.B. Prof. Dr. Andreas Schleicher und Margret Rasfeld einig: Es muss ein radikales Umdenken stattfinden, hin zu Kompetenzen wie IT- Kenntnissen, Medienkompetenz und Know – How zu digitalen Tools und Techniken hin zu einer neuen Haltung zum Lehren und Lernen.

Raus aus der Komfortzone! Wie? Vielleicht ja so!
Das gilt für alle. Eltern, Lehrer und Schüler. Warum orientiert sich Schule nicht an dem da draußen? Nimmt Fahrt auf? Wird schneller?
Ich stelle mir beispielsweise ein digitales Tool wie Slack im schulischen Einsatz vor. Slack soll die Kommunikationswege in Unternehmen verkürzen. Man stelle sich vor, in der Schule von morgen gäbe es einen Channel, dessen Zielsetzung die jahrgangsübergreifende Organisation des Sommerfestes wäre. Alle Mitglieder der Schulfamilie, die sich engagieren möchten, treten dem Channel bei und organisieren eigenverantwortlich das Fest. Gelebtes Teamwork, Verantwortung, Herausforderung, Schulung sozialer Kompetenzen, Abschaffung hierarchischer Barrieren – kurz: ein Gewinn für alle Teilnehmer.
Die Redaktion der Schülerzeitung trifft sich nur noch einmal im Monat zu einem kurzen Meeting. Alle Artikel entstehen kollaborativ und dezentral. Mehrere Schüler können von zuhause aus an einem Artikel arbeiten. Verrückt? Nein! Arbeitsalltag der Zukunft.
Blogbeiträge? Facebookposts? Das Design der Schulseite? Der Jahresbericht? Auch das können die Schüler im Team kreieren und so gleich nebenbei erfahren, welchen Wiedererkennungswert sie damit schaffen.
Besuch auf dem Bauernhof? Ja, bitte! Lernen, dass die Kuh vor langer Zeit mit der Hand gemolken wurde, Schokolade in der Fabrik hergestellt wird und nicht von der lila Kuh kommt. Aber bitte unsere Kinder auch erleben lassen, dass heute eine Maschine die Kühe melkt während der Bauer sich nebenan anderen Arbeiten widmet. Smart Farming heißt das.
Möge Smart teaching kommen!


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Kategorisiert in: | Veröffentlicht am: 18.02.2019 Zurück zur Übersicht

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