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big dataTechnologie

From Big Data to Big Impact

OUTLOOK

Facebook, Amazon und Co. – Sie spionieren uns aus und speichern Unmengen unserer Daten. Doch ist Big Data wirklich zu verteufeln? Welche Möglichkeiten kann ein sinnvoller Umgang mit den Daten schaffen?

 

An der Kasse einer Drogerie steht ein Mann, geschätzt Ende 40. Nachdem die Kassiererin den letzten Artikel gescannt hat, fragt sie ihn freundlich nach seiner PayBack-Karte. Eine gewöhnliche Frage. Er aber reagiert empört. So weit käme es noch, dass er hier Daten hergibt, um den Datenmüll zu unterstützen, mit dem im Endeffekt sowieso niemand was anfangen könne. Was sei nur aus der Welt geworden, dass die Leute das alles mitmachten und sich ausspionieren ließen, kritisiert er.

Daten über Daten
Viele machen das mit. Erzeugen Daten, sammeln Daten. So wie dem Mann geht es wohl trotzdem noch Einigen. Im Zuge der Digitalisierung werden Unmengen an Daten generiert. 90% der heute vorhandenen Daten entstanden allein in den letzten 2 Jahren. Tendenz exponentiell steigend.
2016 wurden täglich etwa 2,5 Exabyte an Daten erzeugt. Das sind 2,5 Milliarden GB. Zum Vergleich: Man bräuchte jeden Tag über 39 Mio. gewöhnliche 64 GB iPhones, um diese Mengen zu fassen. Erzeugt werden die Daten von Menschen, aber auch von Maschinen, die selbstständig untereinander kommunizieren. Etwas beunruhigend mag diese große Menge auf den ein oder anderen schon wirken. Richtig analysiert und bewertet können die Daten jedoch gewinnbringende Möglichkeiten für die Gesellschaft schaffen.

Unternehmen im Daten-Schlaraffenland
Viele Unternehmen erkennen die Chancen, die hinter den Datenmassen stecken. Laut der BARC-Studie „Big Data Use Cases“ setzen über 40% der Unternehmen Big Data-Initiativen ein, als festen Bestandteil oder Pilotprojekte. Jedoch tummeln sich hier enorme regionale und branchenspezifische Unterschiede. Knapp die Hälfte aller Branchen startete noch keine Initiativen, plant aber zukünftig damit. Der Handel nutzt den Datenschatz bis jetzt am meisten.

Der Wunsch die Daten schnell und richtig zu nutzen, birgt leider Hürden. Eine bedeutende Herausforderung ist der Mangel an Experten, der den digitalen Fortschritt in Unternehmen bremst. Ein weiterer Punkt ist die schnelle Auswertung der großen Datenmengen, die die zeitnahe Nutzung ermöglicht. Um Big Data-Analysen weiterzutreiben investieren ca. 50% der Unternehmen in IT-Lösungen und die Weiterbildung des Personals.

Doch die rein technischen Aspekte um Big Data stehen lange nicht mehr allein im Mittelpunkt. Konkrete Anwendungsszenarien werden immer interessanter. Am meisten auf dem Vormarsch sind auf den Kunden fokussierte Bereiche, wie Marketing und Vertrieb. Hier will man mithilfe der Daten Kunden besser verstehen, ihnen personalisierte Möglichkeiten bieten und die Aktivitäten besser planen. Glückliche Kunden, die einen weiterempfehlen, sind schließlich bessere Werbung als jede Anzeige. Walmart z.B. bemerkte einen erhöhten Abverkauf von Erdbeer-Pop Tarts zu Zeiten eines Hurricanes. Mit diesem Wissen machten sie bei zukünftigen Unwettern mehr Umsatz mit dem süßen Gebäck.

Auch in weiteren Bereichen wie der IT, dem Personalwesen oder der Produktion unterstützen Daten. Abteilungsübergreifend wurden z.B. Prozesse optimiert, Kosten reduziert, die Qualität verbessert und Risiken minimiert. Erste erfolgreiche Ansätze sind also vorhanden. Allerdings besteht noch viel Nachholbedarf.

Big Data für alle
Richtig spannend werden Daten, wenn man über die verschiedenen Quellen hinaus zwischen den Zeilen liest. Bei Marktvorhersagen ist das z.B. der Fall.
John David Miller, Principal Engineer bei den Intel IT Labs, entwickelt mit seiner Forschungsgruppe neue, nutzvolle Technologien. Sie wollen eine neue Art Information schaffen, die näher am Menschen ist und alles in einem einzigen Kontext verbindet.

Wenn Menschen sich weniger scheuen ihre Daten zu teilen – sei es in der Drogerie oder auf Netflix – könnten sich Dienstleistungen erheblich verbessern. Je mehr man preisgibt, desto besser können Empfehlungen für vielleicht brauchbare Dinge ausfallen. Ein Restaurant z.B. könnte ein individuelles Menü anbieten, wenn es die Vorlieben kennt. Aber nicht nur im Abverkauf hilft Big Data den Menschen. Das LA Police Department untersucht in einem Pilotprojekt ca. 13 Mio. Daten von Straftaten der letzten 80 Jahre, um Prognosen für zukünftige Verbrechen zu treffen. Ein weiteres Beispiel ist die Webseite fallingfruit.org, die Daten des Landwirtschaftsministeriums mit Google Maps verknüpft. Damit findet man Bäume in Städten, die essbare Früchte tragen. Durch die Verwendung von Big Data erlangt man so ein Wissen, das man sonst nie hätte. Und das ohne kommerziellen Hintergrund.

Miller betont, es sei falsch, Big Data nur als Tool zu betrachten, das Produkte effizienter verkauft. Man könne die Produkte gar effektiver machen, würde man über den Tellerrand hinausdenken und Big Data neu einsetzen. Die Fähigkeit, dem Einzelnen damit persönlich zu dienen, um klüger zu werden und ein besseres Leben zu führen, sei eine große Chance, sagt Miller. Denn wenn man ein Individuum klüger macht, dann wird auch die Gesellschaft klüger.

Und so unwahrscheinlich ist diese Vision gar nicht mehr. Denn wir sind nur an der Spitze des Eisbergs was Big Data betrifft. Die Daten und die Technik wachsen exponentiell weiter. Damit sollte sich jeder anfreunden.

Einfach mal neu denken mit Big Data
Der kritische Mann an der Kasse der Drogerie zahlt in bar – die Girokarte würde schließlich Daten generieren – und geht. Über ein individuelles Gericht im Restaurant würde er sich vielleicht trotzdem freuen. Und wer weiß, wie lange er seine Produkte noch bei freundlichen Kassiererinnen bezahlt und nicht bald schon in Läden geht, aus denen er Produkte einfach mitnimmt. So wie es Amazon in den USA gemacht hat. Mithilfe von Daten.


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Kategorisiert in: | Veröffentlicht am: 05.03.2018 Zurück zur Übersicht

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