Willkommen zu LIGHTHOUSE - unserem Magazin für digitale Changemaker! Dabei ist LIGHTHOUSE aber nicht irgendein Magazin. Nein. Es ist das Magazin unserer CLASSES! Von CLASS TWO in einer Challenge komplett gestaltet und ausgearbeitet, findet Ihr hier Artikel, Videos, Interviews und Insights aller CLASSES zu unserem Programm, zum SHIFTSCHOOL-Leben und einfach allem, was unseren Pionieren am Herzen liegt.

Waschbär statt Waschbrett! Eine Industrie vor dem Wandel.

OUTLOOK

Disruption in der Fitnessbranche.
Während die Werbung immer noch auf den „Sixpack in 8 Wochen“ setzt und mit unerreichbaren Fitnessmodels wirbt, nimmt der Perfektionsdrang der Deutschen zunehmend ab. Hintergrund sind die zahlreichen negativen Erfahrungen unrealistische Ziele nicht erreicht zu haben.

Vorsätze bleiben Vorsätze

Der Jahreswechsel ist gerade erst vollzogen und die Neujahrsvorsätze haben Hochkonjunktur. Die Fitnessstudios platzen aus allen Nähten und es werden mehr Verträge denn je geschlossen. Parks und Laufstrecken sind völlig überlaufen. Discounter räumen die Regale mit Fitnessklamotten wie auch Sportartikeln ein. Doch wenige Wochen später tritt Ernüchterung ein. In den Fitnessstudios und auch außerhalb begrüßen sich wieder diejenigen zum Sport, die sich auch sonst kennen. Hintergrund: 92% der Menschen verfehlen ihre Neujahrsvorsätze (study from the University of Scranton, compiled by Statistic Brain). An dem fehlenden Wunsch nach Veränderung kann es aber nicht liegen. Immerhin wollen fast 50% der Deutschen Gewicht verlieren (Institut für Demoskopie Allensbach). Warum aber diese Diskrepanz zwischen Wollen und Realität?

Wenn der Wunsch nach Veränderung auf den Alltag trifft

Die Planung des Alltags ist nahezu unmöglich, denn erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Egal ob externe Einflüsse die Pläne zunichte machen, unvorhersehbare Ereignisse eintreten oder man einfach mal krank ist. Das Leben lässt sich nicht in ein starres Raster pressen. Diese Erkenntnis findet allerdings keine Berücksichtigung in den auf dem Markt befindlichen digitalen Fitness- und Sportprogrammen. Es wird damit geworben in kürzester Zeit größte Effekte zu erzielen. Verkörpert durch Fitnessmodels, deren Körper nicht stärker definiert sein könnten. Unabhängig davon, ob diese Art der Verhaltensveränderung als gesundheitsfördernd angesehen werden kann, bedingt die Kurzfristigkeit der Programme einige Aspekte. Es wird davon ausgegangen, dass man jede Vorgabe des Programms einhält – also dem „happy flow“ folgt. Was aber, wenn dieser Plan mit dem Alltag kollidiert? Oder auch der viel zitierte innere Schweinehund gewinnt? Dann erscheint die Reaktion der Programme vorhersehbar. Trotz technischer Möglichkeiten automatisierte Anpassungen auf Basis des Nicht-Verhaltens vorzunehmen, bleibt es meist bei leeren Marketing-Versprechen. Das Programm bleibt entweder auf der Stelle stehen oder läuft weiter, als hätte man sich an die Vorgaben gehalten. Die Folge für den Teilnehmer: Frust und Programm-Abbruch.

Apps für den „unhappy flow“

Die ständige Suggestion, dass ein knallhartes Six-Pack für jeden möglich wäre, fängt also an in Frage gestellt zu werden. Es wird von großen Teilen der Bevölkerung sogar als nicht wünschenswert angesehen(Mafo vitaliberty GmbH) oder schlichtweg aufgegeben. Insbesondere auf Grund der Erfahrungen, was dafür investiert und im Umkehrschluss auch aufgegeben werden müsste. Der Wille einen gesunden Lifestyle zu führen und sich dabei noch wohl zu fühlen, steht vielmehr im Vordergrund. In einer immer stärker digitalisierten Welt gilt es demnach die Möglichkeiten zu nutzen und auf Grund der Vielzahl von vorliegenden Informationen das Programm zu adaptieren. Konkrete Beispiele:

  1. Das Smartphone registriert, dass ich diese Woche deutlich weniger Schritte mache und schlägt mir diverse Maßnahmen vor, wie ich mehr Aktivität in den Alltag integriere.
  2. Ich gehe regelmäßig joggen, aber es soll den ganzen Tag regnen. Ich bekomme Vorschläge für ein Indoor-Training. Fitnessstudios im Umkreis werden mir angezeigt.
  3. Ich pausiere mein Programm mit dem „Krankheitsbutton“. Mein Programm fängt sich je nach Länge der Auszeit anzupassen und reduziert die Intensität.

Diese wohlgemerkt noch recht simplen Varianten wären erste Schritte in die richtige Richtung. Stattdessen findet man wenig adaptive Trainingspläne, allgemeingültige Empfehlungen sowie ernüchternde digitale Reifegrade. Lieblose Push-Notifications getreu dem Motto „schau doch mal wieder rein“ scheinen der Standard zu sein. Eine intelligente Integration in den Alltag erscheint der Schlüssel zum Erfolg zu sein. Weiterhin darf auch die Komponente „Mensch“ nicht außer Acht gelassen werden. Communities und Social Media sind immer noch ein großer Erfolgsfaktor.

Trends in der Fitnessindustrie

Neben der Adaptivität von digitalen Gesundheitslösungen sehnen sich Menschen nach Authentizität im Fitnessmarkt. Während perfekt durchtrainierte Körper die Werbung in der Branche durchziehen, ist ein großer Teil der Zielgruppe viel mehr interessiert Fitness regelmäßig in ihren Alltag zu integrieren, um gesund und vital zu bleiben. Marktforschungen bestätigen die Ablehnung der Zielgruppe von zu narzisstisch geprägten Körperkult-Programmen(Mafo vitaliberty GmbH). Die Disruption der Beauty-Branche, ausgelöst durch die Dove-Kampagne „Real Beautys“ im Jahr 2004, scheint nun auch die Fitnessbranche zu erreichen.

Zusammenfassend besteht also der Wunsch nach digitalen Fitnessprodukten, die authentisch und realistisch beworben werden, nach echten Menschen mit den alltäglichen Schweinehund-Kämpfen, die uns motivieren weiter zu machen. Es wird die Ausschöpfung von technologischen Möglichkeiten gefordert, die sich individuell an die einzelnen Bedürfnisse anpassen und sogar selbstständig integrieren, die einen echten Mehrwert bringen und ein gesundheitsförderndes Verhalten sogar nachweislich mess- und förderbar machen.

Autor: Daniel Kaiser
Titelbild: Photo by rawpixel on Unsplash
Instagram: @schmackofitz


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Kategorisiert in: | Veröffentlicht am: 05.04.2019 Zurück zur Übersicht

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