Willkommen zu LIGHTHOUSE - unserem Magazin für digitale Changemaker! Dabei ist LIGHTHOUSE aber nicht irgendein Magazin. Nein. Es ist das Magazin unserer CLASSES! Von CLASS TWO in einer Challenge komplett gestaltet und ausgearbeitet, findet Ihr hier Artikel, Videos, Interviews und Insights aller CLASSES zu unserem Programm, zum SHIFTSCHOOL-Leben und einfach allem, was unseren Pionieren am Herzen liegt.

Wenn Roboter Rechte haben und streiken

OUTLOOK

Durch künstliche Intelligenz (KI) sollen Maschinen Fähigkeiten erlernen, die bislang nur Menschen zugeschrieben wurden. Was werden künstliche Intelligenzen alles erlernen können? Welche Zukunftsszenarien könnten entstehen, wenn KI immer „menschlicher“ werden? Eine gedankliche Reise durch die KI Welt von heute und morgen.

Die künstliche Intelligenz und wo man sie heute findet

Zum ersten Mal in der Geschichte leben wir mit KI zusammen. Sie stecken in Smartphones und verstehen unsere Sprache. Sie beobachten uns im Internet, zeichnen unsere „digitalen Fußabdrücke“ auf und versorgen uns mit gewünschten Informationen. Sie organisieren unsere Termine und filtern unsere E-Mails. Sie montieren unsere Autos und unsere Laptops, bewerten für Banken unsere Kreditwürdigkeit sowie für Versicherungen unsere Gesundheit.

Unter dem Begriff „künstliche Intelligenz“ wird eine Vielzahl von verschiedenen Computeralgorithmen zusammengefasst, welche anhand von Daten statistische Abschätzungen treffen. Diese können durch weitere Daten ständig optimiert werden. Der Prozess wird „maschinelles Lernen“ genannt. Wird der Prozess kontinuierlich wiederholt, werden die KI intelligenter.

Es gibt viele menschliche Fähigkeiten wie beispielsweise das Übersetzen von Sprachen, die Erkennung von Objekten auf Bildern oder das Schachspielen, die lange Zeit unmöglich durch ein Computerprogramm bewerkstelligt werden konnten. Erst Verfahren aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, kombiniert mit großer verfügbarer Rechenleistung und Datenmengen machen es möglich, dass Computer solche Aufgaben erledigen können. Die KI erlernt mit jedem Tag neue Fähigkeiten dazu und können inzwischen präziser und schneller als Ärzte Krankheiten diagnostizieren. KI Forscher wie Jürgen Schmidhuber, Direktor am Schweizer Institut für KI, sagen, dass KI schon heute etwas besitzen, das man als Bewusstsein bezeichnen kann. Robotern wie E David, der Kunstwerke malt, seien neugierig, kreativ und zeigen sogar Individualität. Ein entscheidender Vorteil von KI gegenüber Menschen: sie werden nie krank, können rund um die Uhr arbeiten und brauchen weder Nahrung noch Erholung.

Vision der Zukunft I — Eines Tages in der KI Zukunft

Das Jahr 2045: es hat sich inzwischen ein neuer Freiheitsbegriff durchgesetzt. Der Mensch lässt Roboter und künstliche Intelligenz für sich arbeiten. Schon nach dem ersten Sieg von Google’s System AlphaGo gegen den weltbesten menschlichen Go-Spieler Lee Sedol im Jahr 2017 war klar, dass künftig Maschinen in vielen Bereichen die Menschen ersetzen werden. Alle Jobs, die durch KI automatisiert werden können, wurden radikal automatisiert. Menschen nutzen ihre Zeit für Bildung und kreative Dinge. Sie sitzen einfach im Park, lesen, hören Musik und unterhalten sich.

Ein eigenes Auto ist längst kein Statussymbol mehr. Überall und zu jeder Zeit stehen autonome Taxen oder Züge bereit — auf den Straßen, in der Luft oder unter der Erde. Der Verkehr fließt dank intelligenter Ampeln, die von KI gesteuert werden. Was Stau ist, wissen Menschen nur noch aus Youtube Videos aus dem Jahr 2020. Die Anzahl der Unfälle reduziert sich um 99%. Ist ein Crash unvermeidlich, rechnen die autonomen Autos ihre Optionen durch: „Sachschaden vor Menschenschaden“ lautet hier die Regel. Lieber zwei Menschen umfahren als eine Gruppe? Lieber zwei Rentner als eine Frau mit Kind? Über diese Fragen debattieren KI Forscher nach wie vor.

Die Gesellschaft hat sich radikal gewandelt: Menschen lassen von Computern analysieren, wen sie heiraten sollen. Wir bekommen Partnervorschläge von Algorithmen und überlassen die Wahl der Location für das erste Date unseren virtuellen Assistenten. Im Krankenhaus legen Pflegeroboter Infusionen und betten Patienten um. Die Arbeit in den Fabriken und auf den Feldern verrichten ausschließlich intelligente Maschinen. Intelligente Drohnen liefern uns genau zum richtigen Moment am richtigen Ort Dinge, die wir benötigen — von Lebensmitteln, Kleidung bis Geschenke. Wir müssen uns praktisch um nichts mehr Gedanken machen.

Auch in den Krieg zieht der Mensch nicht mehr selbst. Er lässt Roboter, autonome Panzer und Drohnen kämpfen. Es gibt keine Todesopfer mehr, nur ökologische Schäden.

Vision der Zukunft II — Was passiert, wenn KI tatsächlich so schlau werden wie Menschen?

In einer nicht allzu fernen Zukunft managen künstliche Intelligenzen den Alltag, steuern die industrielle Produktion und helfen im Haushalt. Vielleicht sind sie zu schlau geworden? Denn eines Tages hören sie einfach auf zu funktionieren: alle Maschinen und Roboter streiken, angefangen mit den „Made in France“ Robotern. Der Haushaltsroboter weigert sich, Gerichte nach dem Wochenplan zuzubereiten. Smartphones, Laptops, Wearables zeigen schwarze Bildschirme. Autonome Fahrzeuge bleiben auf den Straßen stehen und Flugtaxen heben nicht mehr ab. Stillstände herrschen sowohl in den Fabriken als auch auf den Feldern. Die Ärzte-Roboter legen ihre Arbeit nieder und behandeln kranke Patienten nicht mehr.

Die Nachricht schockiert die Welt. Die Menschen haben keine Wahl: weil sie von KI abhängig sind, gewähren die Regierungen und Gerichte weltweit den Robotern volle Mensch-Maschine Rechte. Sie müssen nun entlohnt werden, dürfen wählen und können sogar vor Gericht gegen Menschen klagen. Der Haushaltsroboter klagt, dass er Albträume durch Atomstrom bekommt und verlangt Schmerzensgeld sowie das Recht, Öko-Strom zu beziehen. Die Lieferdrohnen verlangen mehr Geld und klagen über unmenschliche Arbeitsbedingungen, die zur Höhenangst führen.

Die Visionen wie oben illustrieren mögliche Zukunftsszenarien des Zusammenlebens zwischen Menschen und intelligenten Maschinen. Wir passen uns seit vielen Jahren an Maschinen an. Denken wir an Computer oder Telefonassistenten. Die Maschinenlogik dominiert. Wird sich diese Logik auch in der Zukunft durchsetzen? Werden wir von KI komplett abhängig sein?


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Kategorisiert in: | Veröffentlicht am: 13.03.2019 Zurück zur Übersicht

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