Willkommen zu LIGHTHOUSE - unserem Magazin für digitale Changemaker! Dabei ist LIGHTHOUSE aber nicht irgendein Magazin. Nein. Es ist das Magazin unserer CLASSES! Von CLASS TWO in einer Challenge komplett gestaltet und ausgearbeitet, findet Ihr hier Artikel, Videos, Interviews und Insights aller CLASSES zu unserem Programm, zum SHIFTSCHOOL-Leben und einfach allem, was unseren Pionieren am Herzen liegt.

„Yes, it’s scary and painful!“

OUTLOOK

Ein Tag voller INNOVATION

„At ucair, we want to create a world where not a single sun ray is wasted because of unmaintained solar plants.“ So steht es auf Christian Shusters Linkedin-Profil. Und genau mit diesem Christian Shuster, Co-Founder & CEO bei der ucair GmbH, vorher Venture Developer beim innogy Innovation Hub, durften wir am 2. September 2017 einen halben Spark-Tag verbringen. Ziemlich beeindruckend fanden wir von der CLASSTWO!

Und wir wurden nicht enttäuscht: Zu allererst offenbarte uns Christian, dass selbst erfolgreiche Menschen, wie er einer ist, Fehler machen bzw., dass auch bei der Entwicklung des ucair Geschäftsmodells nicht alles glatt gelaufen ist. Dazu muss man wissen, dass ucair auf die Inspektion von Solaranlagen mit Hilfe von Drohnen spezialisiert ist. Anfangs schien dieses Ziel allerdings noch in weiter Ferne. Christian erzählte uns von vielen gescheiterten Testflügen mit Drohnen. Aber anstatt sich von diesen Fails entmutigen zu lassen arbeitete das Team weiter mit Hochdruck am Projekt, was sich schlussendlich lohnte. Denn nachdem die Startschwierigkeiten überwunden waren rissen die Kunden ihnen  ihr Produkt buchstäblich aus den Händen. Christian Shuster dazu:

„Yes, it’s scary and painful!“

INSIGHT

Was er damit meint ist eigentlich ganz einfach: Manchmal muss man erst Fehler machen, um besser zu werden und an seinen Fehlern zu wachsen. Toller Einstieg fanden wir!

Weiter ging’s mit der Frage: Wie macht man eigentlich Innovation in einem Unternehmen? Gute Frage und auch oft nicht einfach zu lösen. Die langfristige Methode wäre ganz einfach  Forschung & Entwicklung. Allerdings leben wir in einer Phase des exponentiellen Wachstums, was das ganze nun nicht wirklich einfacher macht, denn Schnelligkeit ist einer der Hauptakteure. Die Zauberworte lauten also Mergers & Aquisitions Transaktionen (M&A), Unternehmensfusionen bzw. Unternehmenseinkäufe. Dabei wird das investierende Unternehmen zum Business Incubator und unterstützt z.B. ein Startup finanziell und mit Know-how bei seinen Projekten. Durch die „einfachen“ Startup-Strukturen können große Projekte in kurzer Zeit umgesetzt werden, was große Konzerne durch ihre Struktur (lange, eingefahrene Entscheidungswege) nicht leisten können.

Unterscheidung Venturing-Ansätze:

Schnelles Wachstum vs. kreative Ideenentwicklung

Die beiden Förderungsprogramme unterscheiden sich im Wesentlichen bei der Geburtsstunde der Startups. Im Inkubator kommen die Ideen meist “von innen”, beim Accelerator über externe Gründerteams. Während ein Accelerator außerdem vorrangig das Ziel verfolgt, das Wachstum eines Startups durch Know-How und Ressourcen innerhalb kürzester Zeit schnellst möglich voranzutreiben, steht beim Inkubator die Schaffung neuer, kreativer Ideen im richtigen Tempo für das Startup im Vordergrund.

…und dann kam die Frage auf: Warum brauchen Unternehmen eigentlich so lange bis sie das Thema Innovation angehen? Während dieser Diskussion stellten wir gemeinsam mit Christian viele Thesen auf.

Hier unsere fünf Top-Thesen:

  • eingefahrene Strukturen/lange Entscheidungswege
  • Angst vor Veränderung/Innovation
  • Trägheit
  • Sehen die Gefahr nicht („Uns geht es doch gut!“)
  • Angst vor Fehlern

Und damit war auch schon der Vormittag eines interessanten SHIFTSCHOOL-Samstags um. Nach unserer Mittagspause hiess es dann Tschüssi Christian und Hallo Jens Möller, Business Consultant & Trainer an der OHM Professional School in Nürnberg.

DEEPDIVE

Weiter ging’s mit dem Thema „Wissen – der Rohstoff für Innovation?“. Und natürlich starteten wir in guter Shiftschool-Manier mit der Erstellung eines 30-sekündigen Elevator Pitches zu den Themen „Was ist Wissen?“ und „Warum sollte ein Unternehmen Wissen managen?“.

„Wissen ist die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Wissen basiert auf Daten und Informationen, ist im Gegensatz zu diesen aber immer an eine Person gebunden.“

Und warum genau sollten Unternehmen jetzt ihr Wissen managen? Unternehmen sind davon abhängig, dass das bereits gewonnene Wissen im Unternehmen bleibt. Das vorherrschende Wissen hilft dabei bekannte Fehler zu vermeiden und effizient arbeiten zu können. Das Problem daran ist, dass Wissen personengebunden ist. Das heisst, sobald ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, verlässt auch sein Wissen das Unternehmen. Der Neue muss sich das Wissen erst wieder aneignen, was oft viel Zeit und Kosten mit sich bringt. Die gängigste Lösung zur Zeit ist wohl ein Unternehmens-Wiki. Was die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeiter verringert, allerdings die eigenen Erfahrungen des vorherigen Mitarbeiters nicht überbrücken kann.

Explizites Wissen
ist dokumentiertes Wissen, dass für andere greifbar ist, z.B. in Form von Arbeitsanweisungen, dokumentierten Abläufen, Berichten oder Zeichnungen.

Implizites Wissen
existiert als Können und Erfahrung dagegen nur in den Köpfen der Mitarbeiter. Es ist schwer greifbar, speicherbar und verteilbar. Implizites Wissen ist der weitaus größere Anteil am Unternehmenswissen.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags haben wir weitere Wissensirrtümer identifiziert.

Wissensirrtümer zusammengefasst:

  • Es ist immer gut, viel zu wissen:
    Curse of Knowledge = Expertenbrille engt Wahrnehmung ein
  • Wissen lässt sich managen:
    Wissen entsteht jeweils im Kopf
  • Nichtwissen muss minimiert werden:
    Nichtwissen ist oft auch Antrieb für Neues
  • Wissen reduziert Nichtwissen:
    erst die Entscheidung reduziert Nichtwissen

Aber was hat Wissen nun mit Innovation zu tun? Im Prinzip gilt: Keine Innovation ohne Wissen. Allerdings kommt es auch immer auf die persönlich Fähigkeit zur Assoziation (z.B. Brainstorming) und Bisoziation (z.B. Querdenken; Verbinden von Ideen) an sowie auf die vorherrschende Innovationskultur im Unternehmen.

Am Ende sind wir zum Entschluss gekommen, dass sich Wissen nicht managen lässt! Jens Möllers Schlusswort:

„Am Ende ist es eine Kulturfrage! Abteilungen, die sich nicht leiden können teilen auch kein Wissen.“

Unser SHIFTSCHOOL-Samstag nimmt somit ein eher unerwartetes Ende. Allerdings enden SHIFTSCHOOL-Samstage sowieso immer anders als gedacht. 😉


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Autor(en):

und


Kategorisiert in: | Veröffentlicht am: 01.11.2017 Zurück zur Übersicht

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